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Willkommen 2020

Ich gestehe, ich gehöre zu den Menschen die den Jahreswechsel nutzen alte Gewohnheiten über Bord zu werfen (natürlich nicht, ohne sie vorher mit einem ordentlichen Gewicht zu beschweren, damit sie auch ja nicht wiederkommen). Ehe ich nach vorne schaue, werfe ich einen Blick zurück. Wo komme ich her? Wo stehe ich gerade und wo will ich hin?

 

Die letzten Jahre waren sowohl privat als auch beruflich eine Herausforderung für mich. Mein Brotjob verlangte einiges von mir ab und hat mich oft an meine Grenzen gebracht. Dennoch habe ich auch privat Vollgas gegeben. Im Leben laufen die Dinge selten so, wie man sie plant und so blicke auch ich auf Rückschläge und Verluste zurück. Lass uns gemeinsam auf die letzten drei Jahre zurückblicken:

 

2017 - Fühlt sich nach einer Ewigkeit an

Im Frühjahr 2017 fasste ich den Entschluss ein Buch zu schreiben und es dann auch zu veröffentlichen. Vielleicht weißt du schon, dass ich bereits seit meiner Jugend dem Schreiben von Geschichten verfallen bin. Es ist etwas, dass mich mein Leben lang begleitet. Der Wunsch ein eigenes Buch zu veröffentlichen war ein langgehegter Traum, für dessen Verwirklichung ich bis dato jedoch nie etwas getan habe. Stattdessen hatte ich mich in meiner Wohlfühlzone eingenistet. Gab es Hürden im Sinne von Schreibblockaden oder Sackgassen, wanderten die Geschichten in meine Schublade.

(Vielleicht kennst du das ja? Lass es mich gern wissen, wenn dem so ist.)

 

Schreiben war für mich immer eine Freizeitbeschäftigung. Etwas bei dem ich die Welt um mich herum vergessen konnte. In Arbeit sollte das auf gar keinen Fall ausarten.

 

Dann kam 2017. Ein Jahr des beruflichen Umbruchs. Rückblickend frage ich mich, wie ich es geschafft habe, in meiner Freizeit auch noch ein Buch zu schreiben. Aber nachdem ich den Entschluss einmal gefasst hatte, gab es für mich kein Zurück mehr. Ich wollte es tun - Für mich! Ich wollte mir beweisen, dass ich es kann.

Also bin ich hineingesprungen in das Abenteuer Buchveröffentlichung. Es gab keine Zweifel (nicht zu diesem Zeitpunkt), keine Bedenken, kein "Was ist, wenn ich es nicht schaffe". Entschlossenheit ist ein mächtiger Antrieb. Ich hatte nichts zu verlieren aber alles zu gewinnen. Ich habe mir jeden Beitrag zum Thema Selfpublishing und Autorenschaft durchgelesen den ich finden konnte. Dabei bin ich auf wunderbare Autorinnen gestoßen, denen ich noch heute folge. Blogs und YouTube Videos waren die Wolken auf denen ich schwebte. Ich legte mir meine erste Autorensoftware zu und bald auch schon eine zweite und begann zu schreiben.

Eine Woche Urlaub und nicht selten zwölf Stunden am Rechner. Es gab gute und zähe Tage. Tage in denen ich im Flow war und Szenen mit einem Mal wie Zahnräder ineinander über gingen. Alles hat gepasst und es lief großartig. Danach habe ich wundervolle Testlesen gefunden und mein Manuskript für sie gedruckt.

Im Herbst flaute dann die Euphorie ab. Die Manuskripte waren zurück und mir wurde schmerzlich bewusst, dass es so nicht weiter ging. Versteh mich nicht falsch, die Rückmeldung meiner Testleserinnen war unglaublich wertvoll und ich habe auch keine Sekunde gehadert ihre Kritik anzunehmen. Es war nur die Erkenntnis, dass wenn ich wirklich ein Buch veröffentlichen wollte, dann musste ich aus meiner Komfortzone heraus. Es würde unbequem und anstrengend werden. Von da an war es Arbeit.

 

Das Jahr endete zäh und 2018 bahnte sich seinen Weg in mein Leben. Ich hielt weder die erste noch die zweite Veröffentlichungsdateline, die ich mir selbst gesetzt hatte. Ich glaube nicht einmal die dritte. Aber es ging voran. Ich arbeitete viele der Vorschläge ein, änderte sogar ganze Kapitel und endlich konnte ich mich mit dem Cover beschäftigen. Zuerst feilte ich selbst daran herum, doch am Ende entschied ich es anfertigen zu lassen. Es folgte ein selbstgemachter Buchsatz und eine letzte Leserunde vor der Veröffentlichung. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Dumm nicht wahr?!

Na ja, aber so war es. Im Mai 2018 dann der Tiefpunkt. Mein Schwiegervater verstarb unerwartet und mein Buchprojekt war mit einem Mal das letzte woran ich denken konnte. Ich weiß noch, dass ich an einem Kapitel arbeitete als meine Schwiegermama anrief. Danach konnte ich lange nicht mehr zurück an mein Projekt. Bei einem so tragischen und unerwarteten Verlust rückt die Familie näher zusammen und auch bei uns war das so. Ich bin unglaublich dankbar für die Familie in die ich hineingeboren und für die Familie in die ich hineingeheiratet habe.

Die Erde drehte sich weiter und der Alltag schlich sich wieder ein. Eine weitere Dateline verflog und der Sommer rückte näher. Ich habe viele Gespräche mit meinem Mann geführt. Ich wollte nicht unsensibel wirken und gleichzeitig wollte ich mein Buch doch endlich auf den Markt bringen. Er hat mich in all meinen Plänen unterstützt und vorangetrieben. Nur durch seinen Zuspruch kam es dann im August 2018 endlich zur Veröffentlichung. Man war das ein Gefühl! Als ich die erste Buchlieferung in Händen hielt wollte ich vor Stolz platzen. Und mein Schatz erst! Er war so goldig und so süß. Nachdem ich Leseproben angefertigt hatte, hat er sie fast alle im Alleingang verteilt. Er wusste wieviel Zeit, Energie und Herzblut in diesem Projekt steckte. Für ihn, jemanden der selten liest und erst recht nicht auf die Idee kommen würde ein Buch zu schreiben, war es unbegreiflich wie man aus dem Nichts tausendend Wörter zu Papier bringen kann. Nach der Buchveröffentlichung folgte eine Leserunde auf Lovelybooks und einige private Aktionen, die mein Buch in die Welt bringen sollten. Ich wusste nicht wieviel gelesene Bücher realistisch waren, war dann aber doch vom Erfolg geplättet. Nach meiner Veröffentlichung bei BoD legte ich mir einen Instagram Account an und begann Teil der Bookstagram Community zu werden.

 

2019 kämpfte ich mit einer länger anhaltenden Schreibblockade. Ich wollte mich so schnell wie möglich an Band 2 machen, doch weder mein Kopf noch mein Körper spielten mit. Ich hatte eine Grippe verschleppt und das rächte sich bitter. Ich lag im Januar 2019 drei Wochen flach. Fieber, Husten, Schnupfen und Schüttelfrost. Das ganze Programm. Mein Körper und mein Geist waren ausgebrannt. Nur sehr langsam erholte ich mich davon. Mein Darm war auch hinüber und mir blieb nichts anderes übrig als mir einzugestehen, dass ich mich an den Rand eines Burnout gearbeitet hatte. Diese Erkenntnis lies mich Grenzen ziehen. Besonders im beruflichen Alltag, denn mein damaliger Chef vereinnahmte meine Arbeitskraft über das normale Maß hinaus. Ich war bereit meinen Job notfalls an den Nagel zu hängen und dieser Entschluss verlieh mir die Kraft standhaft zu bleiben und "Nein" zu sagen. Ein kraftvolles Wort, wenn du mich fragst. Ich kämpfte mich durch das Jahr und füllte meine leeren Speicher wieder auf. Auch mit dem Schreiben begann es wieder zu klappen und so rückte alles nach und nach an seinen rechten Platz. Meine Instagram Community wuchs stetig. Ich blieb am Ball und das hat sich ausbezahlt.

 

So und da stehen wir heute. Das Jahr 2020 hat begonnen. Beruflich hat sich wieder etwas geändert. Diese Änderungen scheinen auf den ersten Blick positiv zu sein, aber ich habe gelernt erst einmal abzuwarten. Ich bin immer noch bereit im Notfall die Handbremse zu ziehen und abzuspringen. Noch einmal werde ich mich nicht an den Rand der völligen Erschöpfung treiben. Das war mir eine Lehre!

 

Wie sehen also die Aussichten für 2020 aus? Was ist in der Pipeline und wo soll es hingehen?

 

Der Januar läuft zufriedenstellend. Meine aktuellen Buchprojekte sind geplottet und laufen gut an. Ein drittes Projekt ist in der Pipeline. Ich habe eine Wand in meinem Gästezimmer damit tapeziert um die Ideen und Gedanken nicht zu verlieren. Doch sie mussten raus aus meinem Kopf, denn sie haben mich blockiert. Ich schreibe aktuell nur am Wochenende und kümmere mich unter der Woche um meine Instagram Community. Ich liebe den Zusammenhalt zwischen den Autoren. Da ist so viel positive Energie. Man tauscht sich aus, unterstützt sich gegenseitig und lernt von den anderen. Vielleicht knacken wir die tausender Grenze ja. Allerdings muss ich dafür dann mehr Content liefern. Ich mach mir keinen Druck, sehe aber weiterhin vorwärts.

 

Ich strebe gegen Ende des Jahres zwei Veröffentlichungen an. Drück mir die Daumen, dass alles weiterhin gut klappt. Außerdem werde ich jeden Monat einen Beitrag auf meiner Webseite veröffentlichen. Bis jetzt habe ich das nur sehr spartanisch getan. Etwas das ich gern ändern würde.

 

Müsste ich den letzten drei Jahren ein Motto zuordnen sähe es so aus:

2017 - Ich schreibe ein Buch

2018 - Ich veröffentliche ein Buch

2019 - Instagram, eine Buchcommunity

 

Und 2020?

 

We will see … 

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